Das Varroa Problem

Thermale Verteidigung
Thermale Verteidigung

Invasive Organismen werden gemeinhin unter den Hauptbedrohungen der Bienen geführt. Ob Varroa, Beutenkäfer oder asiatische Hornisse - die Panik vor Invasiven Arten ist eventuell nicht gerechtfertigt. Die Natur hat schon immer Lebewesen um die Planeten getrieben. Was jetzt passiert ist, dass es schneller von statten geht und häufiger.

Die natürlichen Systeme sind dafür ausgestatten Neuankömmlinge aufzunehmen und die Anstöße sind sogar lebensnotwendig (das behauptet Tom Thompson), denn Vielfalt stabilisiert. Das Problem ist, dass die Ökosysteme häufig bereits durch menschliche Aktivitäten degradiert worden sind, sei es durch Verschmutzungen, Ausbeutung von Monokulturen oder Druck durch Nutzungsänderung von Flächen.

Ken Thompson sagt, dass meistens fremde Lebewesen lediglich auf Möglichkeiten reagieren, die menschliche Eingriffe in der Umwelt ermöglicht haben. Die eine oder andere Studie legt auch nahe, dass "Eindringlige" längst nicht so schädigend wirken, wie vermutet wurde. Manchmal ist der Schaden, der durch die Bekämpfungsmaßnahmen verursacht wird um ein Vielfaches größer. Dennoch darf man nicht vergessen, dass es wirklich ein paar sehr schädigende Organismen gibt, die beobachtet werden müssen.

Natur bleibt ein nicht lineares komplexes System, dessen Strukturen nur mit einer sehr hohen Irrtumswahrscheinlichkeit vorhergesagt werden können. Dadurch kann es sein, dass die Lösungen manchmal schlimmer sind als das Problem. Damit steigen die Kosten für Lösungen, die wenig bringen und häufig unbeabsichtige Konsequenzen haben.

D. h. es gilt die Rahmenbedingungen zu gestalten, damit Ökosysteme vielfältig genug sind um Neuankömmlinge zu kompensieren, zu integrieren und als stabilisierende Bereicherung des Bestehenden zu betrachten.

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Kommentare: 2
  • #1

    beeobserver (Donnerstag, 08 Januar 2015 01:08)

    Eine Frage nach der 'Balance' - einem Gleichgewicht der Natur, das viele Ökologen heutzutage auch konzeptuell in Frage stellen. Die Vilmer Thesen des Bundesamtes für Naturschutz fassen die Debatte gut zusammen: http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/service/Skript_281.pdf

  • #2

    Georg Gerhardt (Dienstag, 13 Januar 2015 13:36)

    „Erkenntnisse der wissenschaftlichen Ökologie stehen oftmals im deutlichen Gegensatz zu den Glaubenssätzen des Ökologismus. So wird kein Forscher heute mehr ernsthaft behaupten, es gäbe in der Natur ein Gleichgewicht. Dennoch gehört das Motiv des ‚natürlichen Gleichgewichts’ der ‚Balance’ nach wie vor zu jeder politischen Sonntagsrede,“ schreiben die bekannten Kritiker des „Ökologismus“ Maxeiner und Miersch, und zahllose andere behaupten das auch.

    http://www.scilogs.de/landschaft-oekologie/es-gibt-kein-gleichgewicht-in-der-natur/

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